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Das Wörterbuch der Nachhaltigkeit

Bestimmte Begriffe werden in der Welt der Nachhaltigkeit und des Recyclings immer wieder verwendet. Doch was genau bedeuten diese eigentlich genau? Wir klären auf.

Cradle to Cradle (C2C)

C2C steht für Cradle to Cradle. Das bedeutet, dass alle Produkte und Prozesse immer auch eine Ressource für etwas Neues sind. C2C geht über Recycling hinaus und bedeutet, dass die Welt danach ein Stück besser ist als zuvor.

Das Wesentliche der Cradle-to-Cradle-Philosophie ist, dass alle Materialien, die für ein Produkt verwendet werden, nach der üblichen Nutzungszeit in einem anderen Produkt wiederverwendet werden können. Und zwar ohne Qualitätsverlust. Die Aluminiumbeine des Auping Bettes Essential beispielsweise können unendlich oft recyclet und zu einem neuen Bein verarbeitet werden. Die Qualität bleibt dabei vollständig erhalten. Das bedeutet auch, dass schon beim Produktdesign die Demontage berücksichtigt werden muss: Die Materialien müssen leicht voneinander zu trennen sein.

Die C2C-Philosophie basiert auf 3 Grundprinzipien:

1. Abfall ist eine Ressource
2. Nutze Solarenergie
3. Fördere die biologischen Vielfalt


Konkret bedeutet das, die Verwendung von schädlichen Rohstoffen zu vermeiden, Materialien in einem (geschlossenen) Kreislauf zu belassen, übermäßigen Verbrauch zu vermeiden, lokale Möglichkeiten und nachhaltige Energie zu nutzen, Menschen Antrieb zu geben und den Nutzen eines Produkts statt nur dessen Besitz zu verkaufen.

EPEA Niederlande arbeitet gemeinsam mit Unternehmen, Behörden und NGOs (Nichtregierungsorganisationen) an der Entwicklung von Cradle-to-Cradle-Lösungen. EPEA leitet außerdem die Anträge auf Cradle to Cradle-Zertifizierung. Wenn ein Produkt C2C-zertifiziert ist, kannst du sicher sein, dass die Qualität der Materialauswahl, der Wiederverwendung und der Auswirkungen auf Menschen, den Planeten und den Produktionsprozess gewährleistet sind. Es gibt fünf Stufen der Produktzertifizierung (Basis, Bronze, Silber, Gold und Platin), um auch Zertifikatsinhaber weiterhin zu ermutigen, höhere Stufen zu erreichen (Quelle: EPEA.nl).

DSM-Niaga

DSM-Niaga entstand 2014 aus der Zusammenarbeit zwischen dem neu gegründeten Unternehmen Niaga und DSM. Royal DSM ist ein globales wissenschaftliches Unternehmen, das in den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Materialien tätig ist. Mit seinen einzigartigen Kompetenzen in der Bio- und Materialwissenschaft fördert DSM wirtschaftlichen Wohlstand, ökologische Entwicklung und sozialen Fortschritt, um einen höheren nachhaltigen Wert für alle Beteiligten zu schaffen.

Niaga hat sich zum Ziel gesetzt, Produkte des täglichen Lebens von Grund auf neu zu gestalten. Das Ziel ist es, die Produkte auf einfache und erschwingliche Weise vollständig wiederverwertbar zu machen, ohne dabei Kompromisse bei Qualität oder Preis einzugehen. Das erste Produkt, das von Niaga neu gestaltet wurde, war Teppichboden, gefolgt von vielen weiteren.


Fußabdruck

Bei einem Fußabdruck geht es im Kontext der Nachhaltigkeit darum, inwieweit etwas Konsequenzen für den Planeten hat. Das Wort wird deshalb verwendet, weil ein Fußabdruck sichtbar macht, wo ein Mensch gewesen ist. Analog dazu steht ein Fußabdruck im Nachhaltigkeitskontext für die Auswirkungen einer Organisation auf andere Menschen, die Natur, zukünftige Generationen und die Welt. Je kleiner der Fußabdruck, desto besser!
 

Zertifikate für verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung

Dies umfasst eine jährliche Fläche von 16 Millionen Hektar, was knapp der Hälfte Deutschlands entspricht. Jedes Jahr verursacht die Entwaldung 15% der weltweiten CO2-Emissionen und spielt daher eine große Rolle beim Klimawandel. Darüber hinaus sind 80% aller Tiere auf der Welt vom Wald abhängig, ebenso wie Millionen von Menschen, die im Wald leben oder arbeiten (Quelle: FSC). Nichtsdestotrotz gibt es kein internationales Gesetz über verantwortungsvolle Forstwirtschaft. Deshalb gibt es weltweit verschiedene Systeme, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Die beiden wichtigsten sind FSC und PEFC. Beide haben das gleiche Ziel, wenden aber unterschiedliche Methoden an.
 

FSC-zertifiziert

FSC (kurz für Forest Stewardship Council) ist eine internationale Organisation. Das FSC-System zielt auf eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung weltweit ab. Das bedeutet, dass ökologische, soziale und wirtschaftliche Aspekte der Waldbewirtschaftung ausgewogen berücksichtigt werden. Beispiele hierfür sind:

  • dem Wald nach der Holzernte Zeit zur Erholung zu geben
  • kein Ernten in Wäldern mit besonderem Natur- und Kulturwert
  • die Rechte der einheimischen Bevölkerung zu respektieren und zu festigen
  • angemessene Behandlung der Waldarbeiter (Arbeitszeiten, Lohn, Sicherheit, Ausbildung)
  • Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten und Stärkung der lokalen Wirtschaft

 
PEFC-zertifiziert

PEFC steht für "Programme for the Endorsement of Forest Certification" und hat die gleichen Ambitionen wie FSC. Die Unterschiede zwischen diesen Labels betreffen lediglich die Entscheidungen, die der Zertifizierung zugrunde liegen. So setzt der FSC eigene Standards, wobei der Waldbesitzer, der sich zertifizieren lassen will, seine Eignung nachweisen muss ("top-down"). PEFC beginnt mit der Einhaltung bestehender Regeln und Gesetze und ergänzt diese um weitere Kriterien und Standards für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ("bottom-up"). Selbstverständlich muss der Standard dabei der PEFC-Skala entsprechen.


Ausschalggebend ist, dass beide Labels auf eine verantwortungsvolle Waldbewirtschaftung abzielen und sich darauf konzentrieren, dass die Fläche der zertifizierten Wälder in der Welt vergrößert wird. Schließlich gibt es eine ganze Menge zu tun.